Bildung im Alter

Teilnehmenden-Befragung 2023 – Seniorenuniversitäten und Volkshochschulen

Ausgangslage und Ziel

Wir gehen davon aus, dass Bildung dem Menschen vor allem auch im Alter bei seiner Lebensgestaltung zugutekommt und ihm zu mehr sozialer Teilhabe und Selbstbestimmung verhelfen kann. Lebenslanges Lernen, gerade kurz vor bzw. nach der Pensionierung, erfolgt heute zunehmend auch an den Schweizer Seniorenuniversitäten und Schweizer Volkshochschulen. Obwohl die Bedeutung dieser Bildungseinrichtungen wächst, ist kaum etwas über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Angebote bekannt: Was motiviert sie zur Teilnahme, wie zufrieden sind sie mit den Angeboten und welche Erwartungen/Wünsche haben sie in Bezug auf diese Angebote? Um diese Lücke zu schliessen wurde 2023 eine nationale Befragung bei den Seniorenuniversitäten und ausgewählten Volkshochschulen durchgeführt.

Methodik

Es wurde Online-Befragung (mit optionaler postalischer Teilnahme) im Sommer 2023 durchgeführt. Es haben insgesamt 5671 Personen teilgenommen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass die befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Angebote aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen, wobei sie jedoch alle ein höheres Bildungsinteresse vorweisen. Sie sind an der Teilnahme vorwiegend intrinsisch motiviert und interessieren sich für diverse Bildungsformen und -inhalte, betonen dabei aber gerne die interaktive Gestaltung des Lernprozesses. Aus ihrer Teilnahme an den Bildungsprozessen ziehen sie positive Erfahrungen für ihr Leben, und sie schätzen die Angebote. Ihre positiven Erfahrungen bestärkten die Befragten vermutlich darin, deutlich der Aussage zuzustimmen, dass Bildung im Alter unterstützt und weiter gefördert werden sollte. Wenn überhaupt, dann gibt es weniger Verbesserungsvorschläge zu den inhaltlichen Angeboten als zu den Rahmenbedingungen und der Ausstattung. Die Befragten sind sehr technikaffin; sie bewegen sich z. B. kompetent durch das Internet und sehen darin auch mehr Vor- als Nachteile. Dennoch werden auch Hürden in der täglichen Techniknutzung erlebt. So wurde beispielsweise der Wunsch geäussert, mehr über die Techniknutzung zu lernen. Auch wenn sie bereits viele moderne Technologien verwenden, so wünschen sich die älteren Personen doch auch weiterhin eher Präsenzangebote vor Ort als reine Onlineangebote; diese werden aber gerne ergänzend zu den Präsenzangeboten genutzt.

Lernen im höheren Alter ist keine Pflicht, sondern eine selbst gewählte sinnstiftende Freizeitbeschäftigung zur Wissenserweiterung, Selbststärkung und zum Ausprobieren von Neuem; Aspekte, die auch in der späteren Lebensphase nicht an Bedeutung verlieren, sondern das Leben auch im höheren und hohen Alter ausmachen. Die hier befragten älteren Personen haben diese Möglichkeit für sich ergriffen und profitieren von der Bildungsbeteiligung.

Finanzierung und Projektpartnerschaft

Laufzeit

2022-2023

Publikationen

  • Seifert, A. (2023). Teilnehmenden-Befragung 60+ 2023 – schweizerische Seniorenuniversitäten und Volkshochschulen. Olten: HSA FHNW.
  • Seifert, Alexander. (2023). Bildungsbeteiligung im Alter – Einblicke in eine repräsentative Schweizer Studie. Der Pädagogische Blick, 31(1), 56–58.

Projektteam

Ansprechperson

Dr. Alexander Seifert

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut Integration und Partizipation, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

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